Arbeit mit Angehörigen

Exzessiver Mediengebrauch in allen seine Fassetten (Social Media, Gaming) stellt Angehörige vor große Herausforderungen. Es ist schwer zu erkennen, ob alles in einem „normalen“ Rahmen liegt oder doch schon Suchtverhalten ist. Dies lässt sich in der Beratung durch die Betrachtung der Suchtkriterien aus der Internet Gaming Disorder (DSM 5) und durch die Beschreibung des Nutzungsverhaltens ableiten. Dazu bestehen verschiedene Diagnosewerkzeuge, die eine Problemexploration ermöglichen z.B. den CSAS Fragebogen.
In den Gesprächen mit Angehörigen gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Dazu hat sich Sensibilisierung für die verschiedenen Suchtentstehungs- und Veränderungsprozesse bewährt.
In der Suchtberatung wird dies u.a. durch die Methode der Motivierenden Gesprächsführung ermöglicht.

Die Teilnehmenden
• lernen beispielhaft ein Erhebungswerkzeug (CASA Fragebogen) zur Problemexploration kennen
• bekommen eine Auffrischung der theoretischen Hintergründe zur Suchtentstehung (u.A. Strukturmodell der Sucht / Suchtdreieck)
• werden mit einem Modell zur Entwicklung einer Veränderungsbereitschaft (Transtheoretische Modell) vertraut gemacht
• bekommen die Grundhaltung der Motivierenden Gesprächsführung für die praktische Umsetzung im Rahmen der Angehörigengespräche aufgezeigt.

Rehbein, Florian; Baier, Dirk; Kleinmann, Matthias; Mößle, Thomas: CSAS Computerspielabhängigkeitsskala. Ein Verfahren zur Erfassung der Internet Gaming Disorder nach DSM-5. Hogrefe Verlag 2015 Göttingen

Küfner, Heinrich: Psychologische Grundlagen der Sucht. In: Batr, Anil; Heinz, Andreas; Moggi, Franz; Soyka, Michael; Walter, Marc (Hrsg.): Suchtmedizin. Elsevier 2019, München

Prochaska, James; John, O.; Norcross, C; DiClemente, Carlo C.: „Jetzt fange ich neu an: Das revolutionäre Sechs-Schritte Programm für ein dauerhaft suchtfreies Lebe. Deutsche Erstausgabe Droemer Knaur 1997 München

Miller, William R.; Rollnick, Stephen; Demmel, Ralf: Motivierende Gesprächsführung: Motivational Interviewing. Lambertus 2015 Breisgau

 

Gunnar Keck,

Sozialarbeiter/-pädagoge (M.A.), Tiefenpsychologischer Suchttherapeut (i.A.), tätig als Suchtberater in der Sozialberatung Schwäbisch Gmünd e.V. mit den Schwerpunkten der illegalen Süchte und der Computer- und Internetabhängigkeit.